06.06.07

Im Jahre 2004 erhielt der Ausschuss e-Archiv des VSA vom Verbandsvorstand u.a. den Auftrag, das Verständnis für die Archivierung als ganzheitliche Aufgabe zu fördern und dazu insbesondere „Konzepte und Pläne für ein gesamtschweizerisches Archivportal“ zu entwickeln.

Aufgrund dieses Mandats entwickelte der Ausschuss eine Vision eines solchen Portals. Dieses sollte 3 wesentliche Bereiche umfassen, die zeitlich gestaffelt realisiert werden sollten:

  1. Das Portal soll Zugang zum allgemeinen theoretischen und praktischen Archivwissen gewährleisten und dieses einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.
  2. Das Portal soll im Weiteren Zugang zu den Einzelnen Archiven und deren Spezifika vermitteln.
  3. Das Portal soll schliesslich Zugang zu den Archivalien gewährleisten, indem es einen zentralen Zugriff auf die Archivkataloge gewährleistet.

Diese Wunschliste erwies sich als zu ambitioniert. Daher suchte der AeA nach Möglichkeiten zur Realisierung einer abgespeckten Version.

Während das Dritte und wohl aufwändigste Teilprojekt vorläufig sistiert werden musste, konzentrierte sich der Ausschuss auf die beiden ersten Teilprojekte. Der Zugang zu den einzelnen Archiven konnte auf relativ einfache Weise durch einen Ausbau der VSA Webseite realisiert werden. Hier finden sich unter der Rubrik "Archivadressen" die Links zu den Webseiten vieler Archive in der Schweiz und im Fürstentum Lichtenstein.

Eine besondere Herausforderung stellte das erste Teilprojekt dar. Es galt nach Wegen zu suchen, mit geringem Aufwand möglichst viel archivrelevantes Wissen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Der Ausschuss eArchiv wählte einen Ansatz, der auf 2 Säulen basiert:

  • Kooperationen, wie sie im Umfeld des VSA nicht unüblich sind.
  • Realisierung des Portals dort, wo Archivbenutzer und Archivbenutzerinnen und solche, die es werden wollen, bei Recherchen im Internet mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit landen: Google und Wikipedia.

Mit der Wiki Technik steht eine Plattform zur Verfügung, welche solche neue Formen der Zusammenarbeit und Kollaboration ermöglicht.

Eine Sichtung der in Wikipedia vorhandenen einschlägigen Artikel überzeugte die Mitglieder des AeA davon, dass hier bereits viel fundiertes – und leider auch weniger fundiertes – Wissen zur Verfügung steht. Die freie Enzyklopädie erweist sich so als ideale Plattform zur Verbreitung von Wissen, sind die einzelnen Artikel doch mit jeder Suchmaschine leicht zu finden. Aufgrund der immensen Zahl von Artikeln in Wikipedia ist eine Gesamtschau auf unser Wissensgebiet allerdings nur schwer zu gewährleisten. Daher hat sich der Ausschuss zum Ziel gesetzt, einen strukturierten Zugang zu diesem Wissen zu erarbeiten.

In einem Projektkurs unter der Leitung von Niklaus Stettler haben Studierende der HTW Chur dazu eine Ontologie zum Archivwesen (ein Modell der Welt der Archive) erarbeitet und auf dieser Basis Vorschläge zur Gewährung unterschiedlicher Zugänge zu dem hier vorhandenen Wissen erarbeitet.

Aufbauend auf diesen ersten Entwürfen haben schliesslich die Mitglieder des AeA, Markus Lischer, René Quillet und Niklaus Stettler das Portal: Archivwesen in Wikipedia realisiert. Die Benutzer finden hier zu unterschiedlichen Fragestellungen erste Antworten in Form von Schlagwortlisten. Wissbegierigere LeserInnen finden zu den zahlreichen Schlagworten entsprechende Wikipedia-Artikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Arbeit der Archivarin und des Archivars – mehr als nur Aufbewahren und Wegwerfen
  2. Das Leben von Unterlagen
  3. Material in den Archiven – mehr als nur Papier
  4. Wozu es Archive braucht
  5. Das Archiv der Zukunft - damit wir morgen nicht nur Datenschrott vorfinden
  6. Wo es überall Archive gibt

Die Fülle von Artikeln erweist sich als wahre Fundgrube. Deutlich wird aber auch, dass noch Artikel fehlen. Die Autoren hoffen, dass dieses Beinahe-Lehrbuch nicht zuletzt auch Archivpraktiker und Theoretiker dazu animiert, ihr Wissen hier zu publizieren, so dass das Portal noch besser dazu beitragen kann, das Verständnis für die Archivierung als ganzheitliche Aufgabe zu fördern.

 

N.B. Ein erster Schritt in diese Richtung konnte bereits im Laufe des Projekts getan werden: Die Studierenden haben in der Zusammenarbeit mit den Archivaren, in der Beschäftigung mit den archivwissenschaftlichen Inhalten der Artikel und nicht zuletzt in ihren Arbeiten zur Entwicklung einer Ontologie für das Archivwesen viel Wissen akkumuliert. Wissen, das sie nach ihrem Studium in der Praxis werden anwenden können.

http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Archivwesen

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last edited: 08.06.2007